Suzanne Réko, Schriftstellerin:

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Sa
26
Aug '06

Buchempfehlungen

Da ich mich in letzter Zeit des Öfteren über den Inhalt diverser Bücher geärgert und diese zuvor auch
noch käuflich erworben habe, ist der Entschluss in mir gereift, eine Seite mit Buchempfehlungen und eben “Nichtempfehlungen”, einer sogenannten schwarzen Liste, zu erstellen.

Für mich persönlich entscheiden Stil und die Ausdrucksweise des Autors und der Charaktere. Das heißt nicht, dass die Romanhelden nicht einmal fluchen dürfen, doch mit Stil.
Mir ist aufgefallen, dass sich einige Autoren aber leider gerne in der untersten Schublade aufhalten. Da ich finde, dass es viele super gute Schriftsteller gibt, versuche ich durch meine Liste, Ihre Zeit zu sparen und meinen Frust lostzuwerden … ;-)

Sie haben die Möglichkeit über die Kommentarfunktion wiederum meine Zeit zu sparen, indem auch Sie zu dem Kauf diverser Bücher raten oder davon abraten. Ich denke, so kann sich eine intressante Liste ergeben. (Alphabetisch geordnet)

Buchempfehlungen:

    Auf alle Fälle lesen:

Thomas Bernhard: Der Untergeher
Drei junge Musiker um Glenn Gould, die versuchen, ihr Leben in den Griff zu bekommen.
Ausgezeichnet geschrieben. Spielt in Salzburg.

Karl Bruckner: Sadako will leben
Ein erschütterndes Buch über ein Mädchen, das den Abwurf der Atombombe über Hiroshima erlebt.

Leonhard Frank: Die Jünger Jesu
Zwölf Knaben versuchen im Würzburg der Nachkriegszeit, hungernden und leidenden Mitmenschen zu helfen, indem sie die Reichen bestehlen.
Ein Buch, das auf eindrückliche Weise vor Augen führt, was Krieg alles zerstören kann und es trotzdem noch Hoffnung gibt. Wunderbar erzählt.

Roald Dahl: Küsschen, Küsschen; Konfetti. Ungemütliches und Ungezogenes
Manchmal erinnert er mich ein wenig an Cornell Woolrich, oft aber nicht. Seine Geschichten erstrecken sich von makaber bis halblustig, manchmal sind sie geradezu geschmacklos. Trotzdem sollte man sie gelesen haben.

Alexandre Dumas: Die Bartholomäusnacht; Der Graf von Monte Christo; Die Kameliendame
So tragisch kann Liebe sein! Beide Alexandre Dumas` sind unter den Klassikern, meine absoluten Favoriten!

Khaled Hosseini: Drachenläufer
Afghanistan ist erst vor wenigen Jahren in das Interesse der Medien geraten - nachdem in den USA mehrere Anschläge verübt worden waren. Das Buch Drachenläufer erlaubt es dem Leser in ein wunderschönes Land einzutauchen, in dem Menschnen glücklich waren, bevor der moslemische Fundamentalismus alles zerstörte. Die Handlung spannt sich von der Zeit, als der Shah noch regierte, bis hinein in die Gegenwart der zerstörten Zwillingstürme. All diese Geschehnisse sind eingewoben in die bewegende, tragische Geschichte zweier Jungen.
Wie so oft stellt sich auch hier bei der Lektüre die Frage: Wie grausam können Menschen sein?
Dieses Buch ist ein absolutes Muss - vor allem für Menschen, die gerne über die eigene Grenze schauen.

John Irving: Owen Meany
Die Geschichte eines Jungen und dessen Freund Owean Meany. Fantastisch, komisch und ausgezeichnet geschrieben.

Hans Werner Kettenbach: Schmatz. Oder Die Sackgasse
Dem Angestellten einer Werbefirma entgleitet langsam die Kontrolle über sich selbst. Dann kommt es zum Eklat.
Hervorragend und aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Irgendwo findet man sich wieder.

Michael Köhlmeier: Dein Zimmer für mich allein
Ein Mann lebt untertags in der Wohnung einer Frau, ohne, dass diese davon weiß. Irgendwann jedoch, erkennt er an kleinen Zeichen und Hinweisen, dass sie seine Existenz erahnt.
Köhlmeier weiß, wie man Geschichten erzählt.

Gaston Leroux: Das Phantom der Oper
Gab es Erik, oder nicht? Leroux schildert die Geschenisse so realitätsnah und präzise, dass man ihm alles glaubt - auch die Beweise für die Existenz des Phantoms. Spannend, packend, mitreisend und doch so traurig - ein Meitserwerk.

Klaus Mann: Mephisto. Roman einer Karriere
Der Autor erzählt den Aufstieg eines bekannten Schauspielers, dem er im Roman den Namen Hendrik Höfgen gibt, zur Zeit des Nationalsozialismus. Wie immer, wenn man sich mit dem zweiten Weltkrieg auseinandersetzt, erschütternd. Auf alle Fälle lesen!

Henning Mankell: Die weiße Löwin
Tödliche Verstrickungen reichen von Südafrika bis in das ruhige Schweden. Ein sehr schwerer Fall für Kurt Wallander. Hervorragend recherchiert, spannend. Hut ab vor diesem Autor! Das war mein erster Mankell und ich werde weitere lesen!

Der Chinese
Ein absolut wichtiges Buch für unsere Zeit. Mankells Bücher sind ausgezeichnet recherchiert, äußerst informativ und eröffnen einem neue Horizonte. Dieses Mal erhält der Leser Einblicke in die Gesellschaften Chinas und Afrikas, die das Denken verändern können. Das ist es, was Bücher tun sollen! Deswegen auf jeden Fall lesen!

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Adrian Plass: Mr. Harpers Traum vom Leben; Tagebuch eines frommen Chaoten 1,2 & 3; Die steile Himmelsleiter; Die theatralischen Tonbänder des Leonard Thynn; Der Besuch
Der Autor erzählt erfrischend, sehr humorvoll und nachdenklich diverse Geschichten - nicht nur von zwischenmenschlichen Episoden christlicher Gemeinden.
Einer der besten Engländer!

Antoine de Saint-Exupéry: Wind, Sand und Sterne
Wenn es Wüstensehnsucht gibt, dann hat man sie nach diesem Buch.
Der Autor schildert seine Erlebnisse als einer der ersten Piloten dieser Welt.

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Leo N. Tolstoi: Die Kreuzersonate
Während einer Zugfahrt erzählt ein Mann von seinem Eheleben.
Russische Literatur, auch für unsere Breitengrade geeignet.

Cornell Woolrich: Ich heiratete einen Toten; Der schwarze Engel; Die Nacht hat tausend Augen; Der schwarze Vorhang; Die wilde Braut; Im Dunkel der Nacht; Der dunkle Pfad; Walzer in die Dunkelheit; Rendezvous in Schwarz
Wie man sieht, einer meiner absoluten Lieblingsautoren … :-) Keiner versteht es wie er, den Leser zu fesseln und seine Charaktere ins Verderben rennen zu lassen. Wie kann es sein, dass das, was sich der Romanheld am meisten wünscht, sobald er es besitzt, nur Verderben bringt? Das ist so herrlich Woolrich-fies und realitätsbitter. Auf alle Fälle lesen! Wenn Sie noch nichts von Woolrich kennen, fangen Sie am besten mit Ich heiratete einen Toten an

Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes
Wundervoll geschrieben, spannend. Spielt in Barcelona.

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Stefan Zweig: Die Schachnovelle; Marie Antoinette
Man muss Zweig gelesen haben!

    Lesenswert:

Paolo Cohelo: Veronika beschließ zu sterben
Ein Mädchen, das sich das Leben nehmen will, findet in einer Nervenheilanstalt Lebensfreude.
Es ist schön, wie der Autor in diesem Buch das Leben bejaht und die Kostbarkeit desselben wieder in Erinnerung ruft.

Pat Conroy: Der Gesang des Meeres
Eine Familiengeschichte.

Margaret Elphinstone: Inselnotizen
Die Autorin hat die Gabe, Schauplätze unglaublich eindringlich und detailgetreu zu beschreiben. In diesem Buch geht es um Hy Brasil - eine Insel, die bis heute sagenumwoben ist. Einziger Kritikpunkt: Sowohl Lucy, als auch Sidony, sowie der Erzähler schreiben im gleichen Stil, was ein wenig unnatürlich wirkt. Das Ende war auch nicht wirklich befriedigend. Aber trotzdem, schön zu lesen!

Gustave Flaubert: Madame Bovary
Woher kann ein Mann dieser Zeit so genau wissen, was eine Frau denkt, wenn ihr Mann rülpst?
Ein lesenswerter Klassiker.

Elizabeht George: Gott schütze dieses Haus
Ein sehr spannender Kriminalroman, der auf einem erschütternden Fall aufbaut.

Kristin Hannah: Wenn Engel schweigen
Es handelt sich bei diesem Buch zwar nicht um Weltliteratur, es ist aber, meines Erachtens nach ein schönes Frauenbuch. Regt zum Nachdenken an, besonders auch über die Menschen, mit denen wir leben.

Josef Haslinger: Das Vaterspiel
Das Niveau der Charaktere schrammt stark die Grenze zum Gossenhaften, der ausgezeichnete Inhalt überwiegt aber.
Auf alle Fälle lesenswert. Interessante Geschichte.

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Charlotte Link: Das Haus der Schwestern
Was die modernen Frauen von heute, den Frauenrechtlerinnen vergangener Tage zu verdanken haben, wird in diesem packenden Buch unter anderem geschildert. Sehr zu empfehlen!

Javier Marias: Mein Herz so weiß
Die Geschichte eines Dolmetschers, der in tragische Geschehnisse verstrickt ist.
Schön erzählt. Der Leser erhält interessante Einblicke in das Leben der Dolmetscher.

Richard Mason: Suzie Wong; … denn der Wind kann nicht lesen; Zweimal blüht der Fieberbaum
Das Leben in anderen Kulturen beschreibt der Autor auf wunderschöne Weise. Seine Geschichten sind tragisch und doch nicht gänzlich hoffnungslos.

Martin Page: Antoine oder die Idiotie
Lesenswertes, leicht schräges Buch über einen jungen Mann, der sein Leben verändern will und beschließt, Alkoholiker zu werden.

Betty Schimmel: Werden wir uns wiedersehen?
Die jüdische Autorin erzählt von ihrer ersten Liebe, die dem NS-Regime zum Opfer gefallen ist und die sie niemals vergessen kann. Spannend, erschütternd und leider wahr.

Sarah Smith: Das dunkle Haus am See
Obwohl es sich die Autorin mit dem Ende, meines Erachtens nach, viel zu leicht macht, trotzdem ein lesenswertes Buch

Sarah Stone: Eine Liebe in Afrika
Ein Buch, das den Leser eintauchen lässt in die Kultur Burundis. So wird man aufgefordert über die Sinnhaftigkeit der Eintwicklungshilfe, wie sie teilweise praktiziert wird, nachzudenen. Kann man helfen, ohne die Kultur eine Landes zu berücksichtigen? Ich persönlich finde das Buch auf alle Fälle lesenswert, obwohl das Liebesleben der Protagonistin Anne ein wenig zu oft beschrieben wird, was dem Werk ein paar Minsupunkte einbringt.

Patrick Süskind: Das Parfum
Die Geschichte eines Mörders. So lautet der zweite Titel dieses faszinierenden Buches und eigentlich kann man dazu nicht viel mehr sagen. Außer, dass die Idee des Autors, seinen Helden mit einer faszinierenden Fertigkeit zu begaben, das Meisterwerk bereits in sich selbst trägt.

Antonio Tabucchi: Erklärt Pereira

Uwe Timm: Die Entdeckung der Currywurst
Eine rührende Geschichte, die zur Zeit des zweiten Weltkrieges spielt und nicht nur von der Entdeckung der Currywurst erzählt.

Christa Wolf: Kassandra
Kassandra sagt den Untergang Trojas voraus. Doch keiner glaubt ihr.
Geschichte spannend erzählt.

    Neutral:

Sandra Brown: Betrogen
Spannend. Gute Unterhaltungslektüre!

Italo Calvino: Der geteilte Visconte
Ein Visconte wird gespalten, in eine gute und eine böse Hälfte. Während die eine, alles kaputt macht, versucht die andere, es wieder gut zu machen.
Skurril.

Paolo Coelho: Elf Minuten
Zum Glück siegt auch hier wieder die Liebe. Trotzdem nicht sein bestes Buch.

Robin Cook: Narkosemord
Spannender Krankenhausthriller.

Warwick Deeping: Der Schicksalshof
England, irgendwann im letzten Jahrhundert: eine junge Frau lässt ihr Heimtdorf zurück, um die Süße des Lebens zu kosten und übersieht, was sie eigentlich an Glück bereits besitzt.
Nett zu lesen.

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Mary Higgins Clark: Schlaf wohl, mein süßes Kind; Schwesterlein, komm tanz mit mir
Für alle Mode-Designer, die auf Ideensuche sind, sind die Romane von MHC zu empfehlen. Keiner beschreibt die Kleidung ihrer Helden so ausführlich und wiederholt, wie sie. Das nervt ein wenig und man bekommt den Verdacht, dass sie von sämtlichen Modelabels Geld für Productplacement bekommt.
Sonst spannend erzählt.

Patricia Lewin: Die dunkle Erinnerung
Sehr spannend, das Ende ist ein wenig enttäuschend und zugleich erschütternd und wirft die Frage auf, wieviel ein Menschenleben für diverse Organisationen eigentlich wert ist.

Charlotte Link: Die Täuschung
Spannend, aber nicht so gut, wie “Das Haus der Schwestern”.

James Patterson: Wenn die Mäuse Katzen jagen
Sehr brutal und grausam. Sehr spannend. Sollte man sich gut überlegen, bevor man zu diesem Buch greift.

Adrian Plass: Andromedas Briefe

Ruth Rendell: Der Tod fällt aus dem Rahmen

Carlo Schäfer: Im falschen Licht
Spannend, man kann das Buch auch als Stadtplan oder Reiseführer für Heidelberg verwenden.

Brigitte Schwaiger: Wie kommt das Salz ins Meer
Ja, wie? Die Geschichte einer Frau, die nur für ihren Mann lebt.
Plätschert dahin.

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Irving Wallace: Ich, der Mächtigste von allen.
Ein skrupelloser Zeitungsverleger geht für eine gute Titelstory über Leichen.

    Bücher, die man nicht unbedingt besitzen muss:

Glen Baxter: Die Billiardtisch-Morde
Diejenigen, die gerne auf der Toilette lesen, können bei diesem - kann man es überaupt Buch nennen? - auf keinen Fall falsch liegen. Eigenwillig.

Peter Härtling: Die dreifache Maria
Ja, worum geht´s hier eigentlich? Vielleicht kann es mir jemand erklären …
Auf alle Fälle ein Buch, das man vergisst, noch bevor man es zu Ende gelesen hat.

Corinne Hofmann: Die weiße Massai
Wer gerne von jemandem liest, der aus Fehlern nicht lernt und es hervorragend beherrscht, seinen eigenen Verstand auszuschalten, fährt mit diesem Buch auf alle Fälle richtig.
Interessant, die kleinen Einblicke in eine fremde Kultur.

Elfriede Jelinek: Die Liebhaberinnen
Die Nobelpreisträgerin, ich weiß … Trotzdem, bei diesem Buch hat man nichts versäumt, wenn man es nicht gelesen hat.

Edith Kneifel: Allein in der Nacht
Wer gerne den Eindruck vermittelt bekommen möchte, dass alle Männer “Schweine” sind, fährt mit diesem Buch auf alle Fälle richtig. Spannungstechnisch ist Edith Kneifel auf alle Fälle top, doch der Stil lässt leider zu wünschen über. Das Ende ist für mich persönlich zu wenig durchdacht.

Benjamin Lebert: Der Vogel ist ein Rabe
Teilweise hat Benjamin Lebert richtig gute Ansätze. Wenn er weiter an seinem Stil arbeitet, wird es einmal richtig interessant sein, ihn zu lesen. So vorerst aber nur eine nette Geschichte, die sich unter anderem mit Durchfall beschäftigt.

Charlotte Link: Die letzte Spur
Obwohl sehr spannend geschrieben, ist das Ende des Buches enttäuschend und ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Wen dies nicht stört, der kommt bei der Lektüre sicherlich auf seine Kosten. So gibt es mehrere Handelsstränge, die sich langsam inneinander verweben und beweisen, warum Charlotte Link Bestseller-Autorin ist.

Paola Mastrocola: Das fliegende Huhn
Wer die Theorie vertritt, dass alle Lehrer eine kleine Meise haben, wird in diesem Buch Bestätigung finden. Hier versucht eine Lehrerin einem Huhn das Fliegen beizubringen und schlägt sich nebenbei mit dem Schulalltag herum.

Carlo Schäfer: Der Keltenkreis, Das Opferlamm
Wäre ich eine Leiche würde ich mich lieber von Henning Mankells Wallander und seinem Team untersuchen lassen, als von Theuer und Co. Spannend sind beide Folgen auf alle Fälle geschrieben, doch das Niveau der Charaktere kann man ziemlich weit unten suchen. Abgesehen davon, wird Heidelberg permanent gepriesen, was ein wenig nerven kann.


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